Denkmaltag

Eine sehr schöne Galerie von Aufnahmen aus unserem Vorwerk im August 2020. Alle Bilder auf dieser Seite veröffentlichen wir mit freundlicher Genehmigung der Landeshauptstadt Dresden, für die wir uns sehr bedanken.

Aufgenommen am 26.08.2020 von Robert Michalk Photography
Blick über den Vorplatz auf das Vorderhaus. Dort ist unser Co-Working-Space untergebracht. Hinter dem Vorplatz, der wie ein Wall vor dem Vorderhaus liegt, sind die Fenster des Stalls im Erdgeschoss zu sehen. Die Holzverschalung im Obergeschoss ist ein Zugeständnis an die aktuelle Klimadebatte. Dahinter sind atmungsaktive und ökologische Dämmpakete und die notwendige Wind- und Schlagregenabdichtung versteckt.

Aufgenommen am 26.08.2020 von Robert Michalk Photography
Nochmal der Vorplatz. Hier ist die Umfassungsmauer vom 1928 schön sichtbar, zusammen mit dem kleinen Dach über dem Mannloch des Backhauskellers. Links der neue Zugang über den Vorplatz.

Aufgenommen am 26.08.2020 von Robert Michalk Photography
Blick aus der Dorfmitte auf das Vorwerk. Links, hinter dem Apfelbaum versteckt, das Hinterhaus, rechts das Vorderhaus. Im Vordergrund der 2020 noch unsanierte Querbau. Gut erkennbar ist die Anordnung des Behelfsdachs. Im Ursprung war hier sicherlich ein Satteldach, eventuell sogar ein Fachwerk-Obergeschoss. Leider sind bisher keine Unterlagen dazu aufgetaucht.

Aufgenommen am 26.08.2020 von Robert Michalk Photography
Die neuen Fenster im Stall. Durch die bodentiefen Fenster kommt Licht und Luft in den Raum. Ein zusätzliches Fenster in der Mitte ergänzt die Reihe. Die alten Stützen und Wandvorlagen des ursprünglichen Ziegelgewölbes wurden lediglich gereinigt und erinnern in ihrem recht desolaten heutigen Zustand an viele unterschiedliche Nutzungen. Bis in die 1980er Jahre wurden hier Schweine gehalten.

Aufgenommen am 26.08.2020 von Robert Michalk Photography
Und hier unser Stall im Überblick. Gut erkennbar die Berliner Kappe als typische Deckenkonstruktion des ausgehenden 19. Jahrhundert. Der leider nicht mehr tragfähige Mittelunterzug wurde im Zuge der Sanierung durch einen stützenfreien zeitgemäßen Träger ersetzt. An dieser Stelle ein Dank an die Dresdner Ratschaisenträger für das Hereinwuchten des etwa 800 kg schweren Trägers. Auf den Fußboden sind wir besonders stolz, hier haben wir die antiken und mittelalterlichen Kalkestriche adaptiert. Allerdings mit modernen Werkstoffen. Und natürlich mit Fußbodenheizung, Lüftung, Dämmung und Dichtung.

Aufgenommen am 26.08.2020 von Robert Michalk Photography
Blick ins Erdgeschoss durch die Tür des Stalls. Schön erkennbar ist das romanische Türportal, welches hier in einer Zweitverwendung eingebaut wurde. Ein kleines Kleinod. Die Zementschlämme, die über alle Wände des Stalls gepinselt war, wurde hier bereits wieder abgeschlagen.

Aufgenommen am 26.08.2020 von Robert Michalk Photography
Blick in die Futterkammer. Hier wird demnächst die Büroküche eingerichtet und dann erfüllt der Raum fast schon wieder seine ursprüngliche Funktion: Vorbereitung von Futter für die zwei- und vierbeinigen Bewohner. Die Decke wird von Ziegelgewölben gebildet, die hier unverputzt gelassen wurden. Das bringt die handwerkliche Leistung der Gewölbesetzer sehr schön zur Geltung. Ziegelgewölbe in dieser Art sind sicherlich ursprünglich auch im Stall eingebaut gewesen. Dort wurden sie aber im 19. Jahrhundert durch eine damals moderne flache Berliner Kappe ersetzt. Eigentlich schade.

Aufgenommen am 26.08.2020 von Robert Michalk Photography
Ein Ausflug in den Backhauskeller unter dem südlichen Vorplatz. Der Keller selber ist wesentlich älter als das um 1720 errichtete Vorderhaus. Er muss wohl zu einem Vorgängerbau gehören, der zuvor auf diesem Platz gestanden hat. Wir haben im Zuge der Sanierung die Wände unterfangen und eine isolierte und beheizbare Bodenplatte eingebaut. Nun wird der alte Keller zum „geheimen“ Treffpunkt im Vorwerk.

Aufgenommen am 26.08.2020 von Robert Michalk Photography
Ein Blick in die gute Stube des Vorwerks mit ihrer neogothischen Holzbalkendecke aus dem Errichtungsjahr 1720. Die Decke konnte fast vollständig in situ erhalten werden. Farbige Fassungen sind nicht erhalten geblieben. Wahrscheinlich war sie immer nur als nackte Holzdecke gedacht. Um so mehr kommen die geschnitzten und profilierten Bretter der Einschubdecke und die Balken mit Schiffskehlen zur Geltung.

Aufgenommen am 26.08.2020 von Robert Michalk Photography
Einblick in die Gesindekammern im Obergeschoss des Vorderhauses. Durch die neue Nutzung als Bürolandschaft konnten die Kammern in ihren ursprünglichen Strukturen erhalten werden. Nachdem defekte Holzverschalungen und modernere Putzschichten entfernt worden waren, wurden die mit „magischen“ Rauten überzognen ursprünglichen Fachwerkwände und Füllungen wieder sichtbar. Die notwendigen Ergänzungen und Rekonstruktionen wurden dann auch so ausgeführt, dass sie sich sehr eng an diese alten Techniken anlehnen. Die neuen Lehmputze wurden dazu mit Heu und Stroh vermischt, um gerade nicht zu glatt und zu perfekt zu sein. Die Balken wurden mit heißem Leinöl behandelt. An der Decke ist die moderne Schalung zu sehen, die allerdings nicht mehr aus Einzeldielen besteht, sondern aus Holzmehrschichtplatten – natürlich mit einem kleinen Trick.

Aufgenommen am 26.08.2020 von Robert Michalk Photography
Hier der Blick in den Laubengang im Obergeschoss. Rechts ist sehr schön das Leiterfachwerk der rekonstruierten Außenwand zu sehen. Weil Platz ist, mal ein Wort zum eigentlich gotischen Leiterfachwerk. 1720 ist keine Gotik mehr, da ist der Spätbarock. Friedrich August II hat vor einem Jahr eine opulente Hochzeit im Dresder Zwinger gefeiert. Gleichzeitig war Dresden und Sachsen extrem konservativ und sehr protestantisch. Da kann ich mir sehr gut vorstellen, dass man, um Status und Seriosität zu betonen, bewusst veraltete Stilmittel gewählt hat. Und so haben wir im Vorwerk ein spätbarockes neogotisches Leiterfachwerk. Das mit der extrem konservativen Haltung haben wir inzwischen allerdings hinter uns gelassen.

Vorwerk NIckern. +++ Aufgenommen am 26.08.2020 von Robert Michalk Photography
Der Blick in den rekonstruierten Dachstuhl des Vorderhauses. Ursprünglich wohl das Kornlager, heute unser Großraumbüro. Wir haben den sehr schönen barocken Dachstuhl wieder herstellen können. Fehlende Teile wurden nachgearbeitet. Der Längsverband wurde etwas angehoben, um eine zeitgemäße Nutzung zu ermöglichen. An die ursprüngliche Funktion erinnert nur noch der interne Name des Raumes: Kornkammer.